Unter Kontrolle

Eine Archäologie der Atomkraft




Offizieller Filmbeschrieb...

Der Traum von einer sorgenfreien, sauberen Atomkraft ist ausgeträumt. Der tiefe Glaube an den unaufhaltsamen technischen Fortschritt ist nachhaltig erschüttert. Was passiert wirklich hinter den Mauern der Kernkraftwerke?

UNTER KONTROLLE macht das Unsichtbare sichtbar: Drei Jahre arbeitete Regisseur Volker Sattel an UNTER KONTROLLE. Er besuchte deutsche Atomkraftwerke und konnte – noch unbelastet von kommenden Ereignissen – unglaubliche Einblicke gewinnen. UNTER KONTROLLE zeigt in Cinemascope mit außergewöhnlicher Kraft und Klarheit den Mensch als irritierendes Fremdteilchen in der von ihm selbst geschaffenen Welt. Die Kamera erfasst die Menschen an ihren Arbeitsplätzen, an denen sie scheinbar selbstverständlich mit der gefährlichsten Materie der Welt umgehen. Es sind Bilder, die die monströse Technik sichtbar machen – zwischen Science-Fiction und alltäglichem Wahnsinn. Dabei schafft der Film die Transformation von der einstigen Utopie der „friedlichen Nutzung“ der Atomkraft über das Heute ins Morgen.

Werden wir tatsächlich so einfach aus dieser Technologie aussteigen können? Welches Erbe hinterlassen wir künftigen Generationen? Die Diskussion ist nicht zu Ende, sie fängt gerade erst an.

Hinweise zum Film...

Ein sicher wichtiges Zeitdokument, doch wirklich sehr schwierig anzuschauen. Die exzessiv gebrauchten Totalen, machen es schwierig aufmerksam zu bleiben.

Zusammenhang Nachhaltigkeit...

Mittel, welche in Aufrechterhaltung der Atomtechnologie gesteckt werden, blockieren in vielen Ländern noch immer die Weiterentwicklung der alternativen Energiegewinnung. Energiekonzerne verdienen dabei exzellent; bis zu einer Million Euro pro Tag pro Kraftwerk und wollen auch daran festhalten.

Atomtechnologie hat dabei diverse fatale Problemstellen: Abbau in offenem Tagebau (radioaktiver Uranerz-Staub, Wasserverschmutzung, Energieaufwand) / ökonomisch nur mit massiven Subventionen durch Steuerzahler umsetzbar / Risiko einer Kernschmelze und Verseuchung von Gebieten über Jahrhunderte durch menschliches Versagen / Endlagerungsproblem / Proliferation (Schwarzmarkt mit radioaktivem Material für kriegerische Zwecke) / ist eine fossile Resource (Abhängigkeit vom Ausland, zeitlich begrenztes Vorkommen- noch 30 bis 60 Jahre) / erhitzt Flüsse durch Kühlwasser / Nachswuchs fehlt, Techniker gehen dieser Branche aus / Wanderarbeiter für gefährliche Jobs / zentralistische, eher undemokratische Technologie

Dass Atomkraftwerke dabei soviel CO2 ausstossen wie Windräder oder Solarkraftwerke, welche alle obengenannten Probleme nicht haben, spielt also eine bescheidene Nebenrolle und ist nur ein Marketing-Argument.

Weitere Rezensionen...

“Sensibel in der Beobachtung der Arbeiter und Angestellten erhellt er das Ausgeliefertsein der Menschheit an eine nicht vollkommen beherrschbare Technik. 25 Jahre nach dem Unglück von Tschernobyl und wenige Monate nach der Katastrophe von Fukushima wirkt die Dokumentation ohne plakative Propaganda als eindringlicher Appell an die politisch Verantwortlichen zum klugen und maßvollen Umgang mit der Atomkraft.” – Frankfurter Neue Presse

“Eine aus Reaktorimpressionen gespeiste Symphonie – die sich ins Requiem für eine sterbende Branche verwandelt.” – Spiegel Online

“..entwirft einen verfremdenden Blick auf eine hochkomplexe, technisierte Praxis.” – Filmstarts.de

Technische Daten und Verfügbarkeit...

Länge: 98 min
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2010
Buch, Recherche, Regie: Volker Sattel in Zusammenarbeit mit Stefan Stefanescu
Produzenten: Susann Schimk, Jörg Trentmann
Kamera: Volker Sattel
Tongestaltung: Tim Elzer, Nikolaus Woernle
Verleih (D): farbfilm verleih
Verleih (CH): Stammfilm

Weiterführendes...








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